Mesotherapie

Was ist eine Mesotherapie?
Eine bewährte Methode mit neuen Möglichkeiten in der ästhetischen Dermatologie. Mesotherapie heißt aus dem griechischen übersetzt „Mitte“. Dies bedeutet eine Behandlung „der Mitte“ oder welche die „Mitte“ wieder herstellen sollte.

Es ist eine Kombination aus Akupunktur, Neuraltherapie und individueller Wirkstofftherapie. Man verabreicht durch Mikroinjektionen Wirkstoffe in die Haut oder unter die Lederhaut, ganz nach dem Prinzip „wenig – selten – an den richtigen Wirkort“.


Geschichtliches zur Mesotherapie
Ihren Ursprung hat dieses sanfte Naturheilverfahren in Frankreich. Dort entdeckte der französische Arzt Michel Pistor 1952 die Mesotherapie durch ein Schlüsselerlebnis. Er injizierte dem tauben Schuster Procain in das Ohr. Der Schuster konnte im Anschluss daran wieder hören.

Danach erforschte und entdeckte Pistor die Mesotherapie in seiner Praxis, anfangs zur Behandlung von Schmerzen und im weiteren Verlauf für verschiedenste Krankheitsbereiche, wie z.B. Arthrose oder andere orthopädische Erkrankungen.

Neben der Gründung der Mesotherapie-Gesellschaft 1964 in Frankreich kam es 1984 zur deutschen Mesotherapie-Gesellschaftsgründung. Mittlerweile wird diese Behandlungsform weltweit eingesetzt, welches sich u.a. an den internationalen Kongressen seit 1976 nachweisen lässt. In der Ästhetik fand die Mesotherapie in den letzten Jahren Einzug.


Einsatzbereiche der Mesotherapie in der Ästhetik
Unter dem Begriff Mesolift oder das sanfte Facelift, wird die Mesotherapie zur Hautstraffung im Gesichts-, Hals-, Decolettebereich oder aber auch zur Straffung der Handrücken eingesetzt.

Insbesondere bei der leichten bis mittelschweren Form der Hautelastose (Hauterschlaffung) ist ein guter Behandlungserfolg zu verzeichnen, ebenso bei der Verbeugung der vorzeitigen Hautalterung.


Durchführung der Mesotherapie
Ein Gemisch aus Multivitaminen und Hyaluronsäure wird flächendeckend wie ein ca. 1 mm breites Netzwerk in die Hauttiefe im Abstand von etwas 5 mm in die Haut gegeben, am günstigsten mit der von Pistor entwickelten Mesopistole.

Vorab wird bei schmerzempfindlichen Patienten eine Betäubungscreme auf das zu behandelnde Areal aufgetragen. Empfohlen wird weiterhin vor der Behandlung das Auftragen eines Mesopeel (Oberflächenpeeling), um die Mikrozirkulation anzuregen und um die Wirksamkeit der Mesotherapie noch effektiver auszunutzen.

Anschließend erfolgt eine Thermalwassermaske, um eventuell lokal Nebenwirkungen wie Mikrohämatome (kleine Einblutungen in die Haut), Kratzspuren und leichte Rötungen zu minimieren.


Was ist zu beachten?
Vor der Behandlung sollten die Patienten keine Blut verdünnenden Medikamente, wie z.B. ASS, einnehmen, nicht rauchen und 48 Stunden vorher intensive Sonneneinstrahlung meiden. 24 h nach der Behandlung sollten sie nicht in die Sauna gehen oder ein Vollbad nehmen.


Dauer der Behandlung
Um einen für den Patienten guten Effekt zu erzielen, sind mindestens 3 Sitzungen notwendig und sinnvoll sind die Behandlungen im 14-tägigen Abstand (Tag 0 – 14 – 28). Je nach Ergebnis kann noch eine Behandlung nach 60 Tagen bzw. eine 5. Sitzung nach 90 Tagen erfolgen.

Da die Hyaluronsäure biologisch abgebaut wird, ist es individuell vom Alter, der genetischen Voraussetzung sowie von äußeren Faktoren abhängig, ob nach 6 Monaten oder 1 Jahr eine Auffrischung mit einer Sitzung erfolgen sollte.


Der Einsatz von Hyaluronsäure und Vitaminen
Die Eigenschaften der Hyaluronsäure sind die Hydration und Restrukturierung der Hautzelle, die Stimulierung des Bindegewebes und Kollagenzellen sowie ihre Wirksamkeit als Antioxidant.

Der Vitamincocktail bewirkt ein Wachstum der Hautzelle, eine Stimulation der Kollagensynthese, die Inhibition der Melaninsynthese (Hemmung der Hautfarbstoffbidung) und wirkt als Oxidationsschutzmittel.

Die Kombination mit anderen Behandlungen tieferer oder mimischer Falten ist gut vereinbar. In der Zukunft werden auch neue Möglichkeiten der Kombination oder aber der Verbesserung der Wirkstoffkombinationen möglich sein.


Mesoplasma in der Mesotherapie
So z.B. Mesoplasma, eine Kombination von Hyaluronsäure, Vitaminen und Blutplasma. Durch das vom Patienten genommene Blutplasma kann die Wirkeffizienz der Behandlung aufgrund des Wassergehaltes der Elektrolyte und der Immunglobuline noch verbessert werden.

Zusammenfassend kann die Mesotherapie als eine gut bewährte Anti-Aging-Behandlung bezeichnet werden, welche für die Zukunft noch neue Möglichkeiten in Kombinationen und Verbesserungen offen hält.

Dr. med. Katharina Wirth

Vortrag 2. Lübecker Ästhetiktag, 15.03.2008
 

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