Faltenunterspritzung

Falten - Möglichkeiten und Grenzen

Kleine Gesichtsfalten oder -fältchen sind die ersten sichtbaren unschönen Zeichen der Hautalterung. Mit der Zeit bilden sie sich jedoch immer weiter aus. Zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes verwendet man diverse Unterspritzungstechniken. Das Ziel der Unterspritzung ist die Auffüllung der Gewebeeinsackung und die Wiederherstellung der natürlichen Struktur der Epidermis.


Bild 1: vorher


Bild 2: nachher

Zur Unterspritzung stehen verschiedene Materialien zur Verfügung:

 

  • Eigenfett
  • Kollagen
  • Hyaluronsäure    
  • Polymethylmetacrylat    
  • Goretex (Polytetrafluoräthylen)    
  • Dextran Mikroperlen vom Sephadex Typ

Kollagenimplantate bestehen aus einer Triple- Helix von 3 Polypeptidketten, die aus Rinderhaut extrahiert werden. Das Implantat wird oberflächlich in die papilläre Dermis platziert. Auf diese Weise können alle Gesichtsfalten und Substanzverluste behandelt werden. Es ist ein vorheriger Allergietest erforderlich. Das Implantat bleibt 5 bis 7 Monate im Körper, bis es resorbiert wird. Gebräuchliche Produktnamen sind: Resoplast, Zyderm oder Zyplas.

Hyaluronsäure besteht aus Polysaccariden mit einem hohen Molekulargewicht (1,5 - 2,5 Mio. Dalton). Sie werden aus Tieren gewonnen oder genetisch hergestellt. Genau wie das Kollagen wird die Hyaluronsäure zur Behandlung von Gesichtsfalten und Substanzverlusten berflächlich in die papilläre Dermis implantiert. Allerdings ist kein Allergietest notwendig. Die Verweildauer beträgt ca. 5 - 7 Monate. Als Vetreter dieser Produktfamilie können Rofilan Hylan Gel, Hylaform oder Restylane genannt werden.

Dextranperlen (Sephadex Typ) in Hyaluronsäure
haben keinen tierischen Ursprung, sondern werden durch Biosynthese gewonnen, so dass kein vorheriger Allergietest notwendig ist. Die Dextranmikroperlen (Durchmesser 40 - 60 Mikron) befinden sich in einer Hyaluronsäurelösung, werden in die retikuläre Dermis eingebracht und verweilen bis zu 2 Jahren. Mit diesem Unterspritzungsmaterial, z.B. Reviderm Intra, werden Glabella und Nasolabial Falten behandelt.

 


Bild 3: Vor der Behandlung


Bild 4: Nach der Behandlung

 

Polymethylmetacrylat (PMMA): Microsferen (Durchmesser 30 - 40 Mikron) werden in einer 3,5 %-igen Kollagenlösung suspendiert und in die Subkutis gespritzt. Der Anwendungsbereich ist sehr vielschichtig. So können beispielsweise Falten im Gesicht, subkutane Gewebedefekte, Lippenaugmentation, kleinere Defekte des knöchernen Gesichts und der Hand, Augmentation von Kinn, Wangen oder Nase und Aknenarben behandelt werden. Ebenso ist die Auffüllung der Orbita bei Enophtalmus möglich. Die Aufspritzung, z.B. mit Artecol, hält lebenslang und es ist kein vorheriger Allergietest erforderlich.

 


Bild 5: vorher


Bild 5: nachher

 

Vor der Implantation ist die Patientenaufklärung unabläßlich. Zunächst ist auf die verschiedenen Implantationsformen und Implantationsmaterialien einzugehen. An dieser Stelle müssen mögliche Kontraindikationen (z.B. Lidocain Allergie, senile Elstose, Autoimmunreaktionen, Neigung zu Keloiden, usw.) geklärt werden. Ebenso sind unrealistische Vorstellungen aus dem Weg zu räumen. Weiterhin muss der Patient über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt werden und der Behandlungsablauf und dessen Zeitplan dargestellt werden. In der Patientenaufklärung ist ausserdem darauf aufmerksam zu machen, was der Patient für einen guten Behandlungserfolg vermeiden sollte, wie beispielsweise eine starke Wärmeeinwirkung oder Sonnenbaden. Nachfolgend ist das Behandlungsareal festgelegt werden. Der Momentanzustand ist durch Foto- oder Videoaufnahmen zu dokumentieren. Die Vorgehensweise bei der Injektion kann im folgenden Bild schematisch zusammengefasst werden. Die zu behandelnde Stelle wird gereinigt und betäubt.

 


Bild 7:schematische Vorgehensweise

 

Nachfolgend wir z.B. mit der Serienpunktionstechnik oder der Tunneltechnik in verschiedenen Winkeln (siehe Bild 8) das Implantat platziert. Vor der Kühlung und der Abdeckung mit einem antiseptischen Make-up, wird das Implantat modelliert. Nach ca. 2 - 3 Wochen erfolgt eine Überkorrektur.

 
Bild 8: Injektionsarten und Winkel

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